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Die Sammlung

Glasgemälde hl. StephanusDie sakrale Kunst der Gotik bildet einen Schwerpunkt in der Sammlung des Diözesanmuseums. Begünstigt wurde das zweifellos durch die frühe Gründung des Museums, als das Sammeln gotischer Bildwerke noch relativ leicht möglich war. Hauptsächlich waren es fragmentierte Werke oder Einzelstücke aus einem ehemaligen Altarensemble.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen einige bauplastische Reste des mittelalterlichen Domes, die frühgotische Madonna aus Frauenhofen (um 1300), ein Schmerzensmann (um 1350) aus der ehem. St. Pöltner Stiftskirche, zwei Vesperbilder des frühen 15. Jahrhunderts, eine Sebastiansfigur aus der Werkstatt des Lorenz Luchsberger (um 1500) und der spätgotische Andreasaltar (um 1470er) aus der ehemaligen Friedhofskapelle am Domplatz in St. Pölten. Außerdem besitzt das Museum seit dem späten 19. Jahrhundert mehrere gotische Glasgemälde, so z. B. aus den Pfarrkirchen von Lunz am See, Neustadtl an der Donau und Ramsau bei Hainfeld. Ein besonders herausragendes Beispiel spätgotischer Glasmalerei ist die Stephanus-Scheibe aus der Pfarrkirche in Eggenburg. Auf Grund ihres Malstiles wird sie dem Meister des Pulkauer Flügelaltares zugeschrieben. Unter den wenigen liturgischen Geräten aus gotischer Zeit, die sich im Besitz des Museums befinden, ist besonders auf ein Kreuzreliquiar aus dem Domschatz hinzuweisen.

 

Allegorie der Weisheit, Daniel Gran, Ausschnitt DeckenfreskoDie Kunst des Barock bildet den zweiten Schwerpunkt in der Schausammlung des Diözesanmuseums. Diese Epoche beherrscht das Museum, allein schon durch die Ausstattung der Räume. Vor allem gilt das für die Kerensbibliothek und die ehemalige Stiftsbibliothek mit Deckenfresken von Paul Troger (1734) und Daniel Gran (um 1745), mit den Bildhauerarbeiten von Peter Widerin und den Tischlerarbeiten von Hippolyt Nallenburg. Eine reiche und qualitätvolle Ausstattung bietet auch das dem Museum angeschlossene Bischöfliche Oratorium, wo u. a. die Ölskizzen für die Deckenfresken und die großen Ölgemälde in der Domkirche ausgestellt sind. Eine besondere Kostbarkeit in diesem exquisiten Barockensemble ist zweifellos der frühbarocke Silberaltar des Augsburger Meisters Matthias Walbaum (um 1620/1630).
Auch an Exponaten hat die Barockabteilung des Museums Hervorragendes zu bieten, so z. B. Werke von Antonius van der Baren, Johann Michael Rottmayr, Martino und Bartolomeo Altomonte, Martin Johann Schmidt und Daniel Gran.