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Die Kerensbibliothek

VonEinblick in die Kerens-Bibliothek den Kloster- und Stiftsaufhebungen zur Zeit Josephs II. war auch das Chorherrenstift St. Pölten betroffen. Ab 1785 diente das Stiftsgebäude als neuer Bischofssitz, der von Wiener Neustadt hierher übersiedelte. Heinrich Johann von Kerens, von 1785 bis 1792 der erste Bischof von St. Pölten, ließ bei dieser Gelegenheit auch die bischöfliche Bibliothek - heute Kerensbibliothek genannt - nach St. Pölten überführen und in einem Raum beim heutigen Diözesanmuseum aufstellen. Mit höchster Wahrscheinlichkeit war dieser Raum ursprünglich als Winterrefektorium gedacht.
Den Großteil des Bücherbestandes dürfte Kerens selbst erworben haben, da sein Vorgänger in Wiener Neustadt, Bischof Hallweil, 1769 seine Bücher zur Schuldentilgung verkauft hatte. Quittungen über Bücherankäufe aus den Jahren 1778 und 1779, die sich in den Verlassenschaften von Kerens finden, deuten ebenfalls darauf hin. Angeblich soll die Bibliothek von Michael Denis (1729-1800), einem österreichischen Schriftsteller, Übersetzer, Bibliothekar und Zoologen, eingerichtet worden sein.