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Generationenwechsel im Museum: Barbara Taubinger wird neue Direktorin

St. Pölten, 07.01.2020 Das Diözesanmuseum St. Pölten wurde 1888 gegründet und ist das älteste Diözesanmuseum Österreichs - seit 1. Jänner 2020 steht erstmals eine Frau an der Spitze dieser altehrwürdigen Institution: MMag. Barbara Taubinger. Wenn also das Museum 2020 mit dem neu errichteten Zugang direkt am Domplatz wiedereröffnet wird, bricht auch in dieser Hinsicht eine neue Ära an.

Die 33-jährige Barbara Taubinger arbeitet seit 2012 als Kunsthistorikerin im Diözesanmuseum als Mitarbeiterin des bisherigen Direktors des Museums, Wolfgang Huber, der mit Jahresende 2019 seine Pension angetreten ist. Seit Beginn ihrer beruflichen Laufbahn ist ihr Werdegang eng mit der Diözese verknüpft: zuerst in der Inventarisierung des pfarrlichen Kulturgutes und später als Kunsthistorikerin im Diözesanmuseum. Der Ausschreibung waren zahlreiche Interessenten gefolgt, fünf Personen wurden zum Hearing eingeladen. Kanzler Gottfried Auer, organisatorisch für den Bereich Museum und Konservatorat zuständig, beschreibt Taubinger als „kreativ, innovativ“ und „bestens in die Bestände unseres Museums und der Pfarren eingearbeitet.“ Im Hearing überzeugte „ihr breit angelegter und tiefgehender Hintergrund in Geschichte und Kunstgeschichte, der klare Fokus ihrer Tätigkeiten auf sakrale Kunst und eine spannende Konzeption der Museumszukunft“ die Jury. Auch Bischof Alois Schwarz freut sich über die Neubestellung: „Ein Wechsel in der Leitung bedeutet zumeist auch Neuerungen und neue Akzente in der Umsetzung. Barbara Taubinger wird große Kraft in das Diözesanmuseum mitbringen, und ich freue mich über eine bestens ausgebildete, wissenschaftlich fundiert und inspiriert denkende Frau an der Spitze des Diözesanmuseums“.

Als „klein und fein“ bezeichnet Taubinger das Museum, und betont „die große Stärke eines kleinen Museums“. „Menschen brauchen die konkrete, angreifbare und intime Erfahrung, um kirchliche Kunst – und damit Glaubensvermittlung – verstehen zu können“, so Taubinger. Grundlage ihrer Tätigkeit wird der klare Bildungsauftrag des Museums sein, der vor mehr als hundert Jahren zur Gründung geführt hat, betont Taubinger. „Der konservatorische Schwerpunkt, die enge Verknüpfung von Museum und Konservatorat und die Vermittlung von sakralen Inhalten in den Kunstgegenständen war und ist die Gründungsidee des Hauses“. Hier gilt es, diese Kernaufgabe in die Gegenwart zu heben, mit Ausstellungen, die den Dialog fördern und ein breites Publikum ansprechen. Denn „das Lesen von kirchlicher Kunst muss heute neu gelernt, Codes neu entziffert werden“, so Taubinger, und bezeichnet das Vermitteln von sakralen Inhalten über kulturelle Zugänge als „Kernaufgabe kirchlicher Museen“.

Diözesankonservatorin

Neben der Leitung des Diözesanmuseums übernimmt MMag. Taubinger auch das Konservatorat der Diözese. In dieser denkmalpflegerischen Funktion ist sie für den Erhalt und die Pflege des sakralen Kunstgutes in den Pfarren der Diözese zuständig sowie Ansprechpartnerin der Pfarren bei fachgerechten Restaurierungen von Ausstattungsgegenständen. Ebenso in Taubingers Zuständigkeitsbereich fällt die Inventarisierung der Kunstgegenstände in den Pfarrkirchen - dieses schon von ihren Vorgängern begonnene Projekt wird in den nächsten Jahren abgeschlossen, die flächendeckende Erfassung der kirchlichen Kunstschätze somit sichergestellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit als Konservatorin ist die Fortbildung der Kirchenpflegerinnen und Kirchenpfleger; in diesem Bereich soll das Weiterbildungsangebot in Kooperation mit anderen Diözesen noch weiter ausgebaut werden.