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Weihnachtsausstellung 2018

Vergolder, Krippen, Kremser Schmidt

Die weihnachtliche Ausstellung des Diözesanmuseums St. Pölten vereinigt diesmal drei Themenbereiche, die inhaltlich und gestalterisch in unterschiedlicher Weise aufeinander bezogen sind.
Aus Anlass des zu Ende gehenden Kremser Schmidt-Jahres, des 300jährigen Geburtsjubiläums des bedeutenden niederösterreichischen Barockmalers, werden in Fortführung der diesjährigen Sonderausstellung Gemälde mit weihnachtlichen Motiven des Steiner Meisters gezeigt. Gerade diese Themen zeichnen sich durch ihre große Innigkeit aus, indem die märchenhaft romantische Stimmung mit volkstümlicher Andacht vereint wird. Sie durchziehen das Gesamtwerk und gehören zu den reizvollsten Bildschöpfungen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die wesentliche Botschaft dieser gemütvollen Darstellungen ist die Geburt des Erlösers, also jenes heilsgeschichtlich fundamentale Ereignis, das als inhaltliches und meist auch kompositorisches Zentrum der vielfältigen, volkstümlichen Krippen fungiert.


Weihnachtskrippen aus Niederösterreich und den nördlichen Nachbarländern Böhmen und Mähren bilden den zweiten Teil der Ausstellung. Sie sind zumeist Leihgaben verschiedener öffentlicher und privater Sammlungen, wie des Österreichischen Museums für Volkskunde, der niederösterreichischen Landessammlungen, des Krahuletz-Museums Eggenburg sowie der Sammlung Kaplan. Mit der diesjährigen Krippenschau sollen vor allem an Hand zweier Beispiele die technischen Aspekte des Krippenbaues und der Farbfassungen demonstriert werden. Die Bestandteile der Krippe, wie das Gehäuse, die Landschaft, der Krippenberg und die vielfältigen Architekturen mit den zahlreichen Figuren und Tieren sowie ihre farblichen Fassungen sind in verschiedenen Techniken und Materialien ausgeführt, die eine sensible Pflege und im Bedarfsfall spezifische Restaurierungsmaßnahmen erfordern. So weist die vielteilige barocke „Eggenburger Krippe“ aus den niederösterreichischen Landessammlungen besonders prächtige und diffizile Farbfassungen und Vergoldungen auf. Die sogenannte „Wiener Krippe“ der Sammlung Kaplan ist durch die für den Krippenberg verwendeten, aus dem Jahr 1885 stammenden Zeitungsblätter datierbar.


Mit den in den letzten Jahren erfolgten und vorbildhaft dokumentierten Restaurierungen dieser Krippen ist eine direkte Verbindung zum Vergolder-Handwerk und damit zum dritten Ausstellungsbereich gegeben. Mit zahlreichen Exponaten wird die jahrhundertelange Bedeutung dieses für die sakrale Kunst so wichtigen Handwerks umfassend vorgestellt. So ist auch der erste urkundliche Nachweis des Vergolder-Handwerks in Niederösterreich aus dem Jahr 1549 im Kremser Stadtarchiv in der Ausstellung zu sehen. Die verschiedenen Techniken, die Materialien und Werkzeuge sowie die vielfältigen Anwendungsbereiche der Vergolder- und Staffiererkunst werden anschaulich präsentiert. Eindrucksvoll wird nachvollziehbar, dass die künstlerischen Ausstattungen unserer Kirchen nicht nur auf einem ideellen Konzept, sondern auch auf solider handwerklicher Ausführung beruhen. Diese ist sowohl für die Herstellung zeitgenössischer sakraler Objekte, wie auch für die Erhaltung, Pflege und die in Abstimmung mit der staatlichen Denkmalpflege zu erfolgende Restaurierung der Altäre, Heiligenfiguren, Krippen und liturgischen Geräte unbedingte Voraussetzung. 2017 wurde das Vergolder- und Staffiererhandwerk in die Unesco-Liste der immateriellen Kulturgüter aufgenommen und damit der Wert und die Bedeutung dieses traditionellen Handwerks für unser kulturelles Erbe auf höchster Ebene ausgezeichnet.
In diesem Sinne wird die Kooperation mit der Berufsvertretung der Vergolder und Staffierer im Rahmen des gemeinsamen Ausstellungsprojekts begrüßt und den daran mit großem Engagement Beteiligten sowie den Leihgebern gedankt.


1. Dezember 2018 bis 2. Februar 2019

Di-Fr 9–12 Uhr, 13–15 Uhr | Sa, So und Feiertag 10–15 Uhr
geschlossen immer montags sowie am 24.12., 25.12., 31.12., 1.1.
geöffnet am 26. Dezember 10–15 Uhr
Domplatz 1 | 3100 St. Pölten | 02742 324-331 | dz.museum@kirche.at

Führungstermine durch die Ausstellung werden zeitgerecht bekanntgegeben.