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Kunstwerk der Woche: Ebenseer Landschaftskrippe

Die Ebenseer Landschaftskrippe
Franz Frey der Jüngere-Krippe, 3. V. 20. Jh.
Schnitzer Kons. Franz Frey (*1929), Fassung: Theresia Frey
Hald (Hintergrundgemälde): Josef Frey (1925–2012)'

 

Ein Höhepunkt der aktuellen Krippenausstellung ist zweifelsohne eine große Landschaftskrippe aus dem oberösterreichischen Ebensee, die dem Diözesanmuseum vom Museum Ebensee zur Verfügung gestellt wurde. Erfahren Sie beim aktuellen „Kunstwerk der Woche“ mehr über die Krippentradition im Salzkammergut!

Der Salinenort Ebensee hat eine lange Krippentradition. Im 19. Jh. entwickelten sich aus den kleinen Hauskrippen („Kripperl“) figurenreiche und oft ganze Zimmer füllende Landschaftskrippen. Sehr oft waren sie so groß, dass die Kinder der Familien darunter schlafen mussten, was für sie natürlich mit einer „Riesengaudi“ verbunden war.

Die Geburt Jesu bildet naturgemäß den Mittelpunkt der Ebenseer Krippe, um den herum eine typische Salzkammergut-Landschaft gebaut wurde und noch immer wird. Viele der aus Lindenholz geschnitzten Figuren und Figurengruppen erhielten von den Menschen Namen, z. B. der „Urbal mit der Leinwand“, der „Vata, lass mi a mitgeh’n“, der „Hirtenschlaf“, die „zwoa Nachbarn“ usw.

In der Ebenseer Landschaftskrippe ist die Zeit aufgehoben, denn es wird (obwohl es Dezember/Jänner ist) eine sommerliche Welt dargestellt: Selbst die Natur kehrt sich um und „spielt verrückt“, weil eben Jesus Christus geboren ist, der Heiland der Welt.

Die Krippe hat ein Hintergrundgemälde, die sogenannte „Hald“. An ihrem oberen Rand ist ein Efeukranz angebracht, in dem Singvögel aus Papier hineingesteckt sind. Die Ebenseer haben eine Jahrhunderte lange enge Verbindung zu den einheimischen Vögeln. Darüber hinaus symbolisieren diese Vögel die menschlichen Seelen, die, wenn sie fest an das Kind in der Krippe glauben, in den Himmel „hineinfliegen“ können.

Am schönsten sind die Krippen zweifellos dann, wenn sie „komplett“ sind, das heißt, wenn die Hl. Drei Könige mit ihrem Gefolge in manchmal imposantem barocken Gepränge Einzug gehalten haben. Für diese „Märchenwelt“ diente weitgehend die große Kirchenkrippe als Vorbild.

Die Ebenseer Landschaftskrippe stellt ein Gesamtkunstwerk dar, sie ist eine Manifestation echter Volkskunst sowie Volksfrömmigkeit.

2015 wurde das Ebenseer Krippenwesen in das Verzeichnis des „Immateriellen Kulturerbes“ der UNESCO aufgenommen.

In Ebensee können viele dieser Landschaftskrippen von Weihnachten bis Maria Lichtmess (2. Februar – im Volksmund die „kleinen Weihnachten“) besichtigt werden.

 

"Von Verkündigung bis Lichtmess – Weihnachtliche Motive und Krippen im Diözesanmuseum St. Pölten"
26. 11. 2016 - 02. 02. 2017
Di-Fr 9-12Uhr, 13-15 Uhr, Sa, So, Feiertag 10-15 Uhr
geschlossen am 24.12., 25.12., 31.12., 01.01.
zusätzlich geöffnet am 26. Dezember 2016