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Kunstwerk der Woche: Deckenfresko in der Stiftsbibliothek

Paul Troger, „Die Heilung des Tobias“
Freskomalerei, 1734

Das heute vorgestellte Deckenfresko befindet sich in der ehem. Stiftsbibliothek, die in das Diözesanmuseum integriert ist. Die Bibliothek besteht aus drei Räumen, einem kleinen in der Mitte und je einen Raum nördlich und südlich davon – das Fresko befindet sich im südlichen Raum.

 

Der Bibliotheksausstattung liegt als Programm die Darstellung der vier universitären Fakultäten zugrunde: Theologie, Philosophie, Medizin und Jus. Das Fresko der „Der Zinsgroschen“ repräsentiert dabei die Medizin: Dargestellt ist eine Szene aus dem alttestamentarischen Buch Tobit. Der treu nach den Geboten Gottes lebende Tobit erblindet, er schickt seinen Sohn Tobias aus, um Geld zu holen, das Tobit vor einiger Zeit bei einem Mann hinterlegt hatte. Tobias macht sich auf Reise, der Erzengel Raphael begleitet ihn in Menschengestalt. Raphael gibt Tobias schließlich den Hinweis, er solle die blinden Augen seines Vaters mit der Galle eines Fisches bestreichen – Tobias tut, was ihm Raphael gesagt hat, und Tobit wird geheilt.

Das Deckenfresko zeigt genau die Szene der Heilung: Im Zentrum sitzt der alte Tobit in einem großen Korbsessel, vor ihm steht Tobias, der soeben die Fischgalle auf die Augen seines Vaters streicht; der Fisch liegt am Boden. Hinter den beiden ist in Engelsgestalt Raphael zu sehen, er ist im Gegensatz zu den Menschengestalten deutlich heller gemalt. Die gesamte Szene spielt vor dem Haus Tobits im Freien, rechts am Bildrand ist auch Tobits Frau zu sehen.

Der in Südtirol geborene Paul Troger (1698–1762) ist einer der bedeutendsten Barockmaler im deutschen Sprachraum. Zunächst in Wien ansässig verlagerte sich sein Tätigkeitsschwerpunkt immer mehr auf die malerische Ausstattung der großen barocken Klosteranlagen auf dem Gebiet des heutigen Niederösterreich, sodass Paul Troger als DER barocke „Klostermaler“ schlechthin bezeichnet werden kann.