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Kunstwerk der Woche: Deckenfresko in der Stiftsbibliothek

Paul Troger, „Die Frage nach der kaiserlichen Steuer“
Freskomalerei, 1734

Das heute vorgestellte Deckenfresko befindet sich in der ehem. Stiftsbibliothek, die in das Diözesanmuseum integriert ist. Die Bibliothek besteht aus drei Räumen, einem kleinen in der Mitte und je einen Raum nördlich und südlich davon – das Fresko befindet sich im südlichen Raum.<--break->

 

Der Bibliotheksausstattung liegt als Programm die Darstellung der vier universitären Fakultäten zugrunde: Theologie, Philosophie, Medizin und Jus. Das Fresko der „Der Zinsgroschen“ repräsentiert dabei die Rechtsprechung: Dargestellt ist eine im Matthäusevangelium (Mt 22, 15–22) beschriebene Szene, in der die Pharisäer Jesus eine Falle stellen wollen. „Ist es Recht dem Kaiser Steuern zu bezahlen?“ Jesus fordert sie auf, eine Münze hervorzuholen und deutet auf deren Inschrift und Gestaltung – die Münze wurde von den römischen Stattthaltern eingeführt und zeigt das Profil des römischen Kaisers. Schließlich antwortet er: „Gebt dem Kaiser zurück, was ihm gehört, und gebt Gott zurück, was ihm gehört.“ fragen sie ihn und deuten auf eine Münze. Jesus antwortet jedoch weder mit „ja“ noch mit „nein“, er meint: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.“

Im Zentrum der von Paul Troger gemalten Szene steht Jesus, in einen blauen Umhang gehüllt, er ist im Gespräch mit dem Pharisäer vor ihm, der ihm die Münze entgegenhält, Jesus deutet zum Himmel. Die Pharisäer um ihn herum wirken ratlos, da Jesus nicht in ihre Falle getappt ist; einer liest in einem Buch. Im unteren Bereich des Freskos ist die Signatur des Malers zu sehen: „P. Troger fe. a. 1734“.

Der in Südtirol geborene Paul Troger (1698–1762) ist einer der bedeutendsten Barockmaler im deutschen Sprachraum. Zunächst in Wien ansässig verlagerte sich sein Tätigkeitsschwerpunkt immer mehr auf die malerische Ausstattung der großen barocken Klosteranlagen auf dem Gebiet des heutigen Niederösterreich, sodass Paul Troger als DER barocke „Klostermaler“ schlechthin bezeichnet werden kann.