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Kunstwerk der Woche: Weihnachtsszenen von J. Kastner

Ölskizzen mit Themen des Weihnachtsfestkreises von Josef Kastner d. J.

Diese Woche stellen wir mehrere Objekte von dem gleichen Künstler vor: Josef Kastner der Jüngere schuf – vermutlich für einen geplanten Zyklus – eine Serie von Motiven rund um das Weihnachtsgeschehen und die ersten Kindheitsjahre Jesu. Einige dieser Skizzen sind in der aktuellen Weihnachtsausstellung zu sehen.

Die skizzenhaften Ölgemälde stammen aus dem 2007/2008 vom Diözesanmuseum St. Pölten erworbenen Nachlass des Historien- und Kirchenmalers Josef Kastner des Jüngeren (1844–1923).

Josef Kastner wurde 1844 in Wien als Sohn des aus Innsbruck stammenden Historienmalers Joseph Kastner d. Ä. geboren und studierte in Wien und München, wo er regelmäßig einige Monate zubrachte. Studienreisen führten ihn nach Italien, ab ca. 1880 war er vor allem in Wien tätig, wo er letztlich seinen Wohnsitz hatte.

Kastner führte zahlreiche Wandmalereien sakralen Inhalts in österreichischen und bayerischen Kirchen aus und schuf eine umfangreiche Reihe von Tafelbildern für kirchliche Ausstattungen. Darunter befinden sich das Apsisgemälde „Thronender Erlöser“ in der Wiener Herz-Jesu-Kirche, das Altarwandbild „Maria Immaculata mit den neun Chören der Engel“ in der Kirche Maria vom Siege und die malerische Ausstattung der Kapelle des Norbertinums in Pressbaum. In unserem  Zusammenhang sind die „Geburt Christ mit anbetenden Hirten und den Heiligen Drei Königen“ in der Wiener Klosterkirche der Schwestern vom Kinde Jesu und das im Auftrag Kaiser Franz Josephs geschaffene Gemälde „Heilige Dreifaltigkeit mit fürbittendem hl. Joseph und den Schutzpatronen des Kaiserhauses“ für die Klosterkirche zu Mayerling von Interesse.

Im Gegensatz zu den locker gemalten Skizzen sind Kastners ausgeführte Monumentalmalereien und Gemälde von einer noch romantischen (nazarenischen) Bildauffassung und akademischen Handwerkstechnik gekennzeichnet. In den hier gezeigten Ölskizzen werden die von der Tradition fixierten Bildtypen mit einer gewissen, durch die offenere Malweise hervorgerufenen Bewegtheit bereichert. Inhaltlich stellen sie wichtige Motive des Weihnachtsgeschehens dar und könnten als Entwürfe für einen – wohl nicht ausgeführten oder unbekannten – Zyklus gedacht sein.

 

"Von Verkündigung bis Lichtmess - Weihnachtliche Motive und Krippen im Diözesanmuseum St. Pölten"
26. 11. 2016 - 02. 02. 2017
Di-Fr 9:00-12:00 Uhr, 13:00-15:00 Uhr, Sa, So, Feiertag 10-15 Uhr
geschlossen am 24.12., 25.12., 31.12., 01.01.
zusätzlich geöffnet am 26. Dezember 2016