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Kunstwerk der Woche: Strahlenmonstranz

Strahlenkranzmonstranz, um 1700
Silber vergoldet, getrieben, Silberapplikationen getrieben, Nodus gegossen, Glassteinbesatz, Beschauzeichen Pinienzapfen für Augsburg 1690-1705, Meistermarke IL, Lunula 1925–1950

Diese Woche stellen wir wieder ein Objekt vor, das in der aktuellen Sonderausstellung „Kirche und K…“ zu sehen ist: In einem Raum der Ausstellung werden liturgische Gewänder und Geräte gezeigt und erklärt, eines davon ist diese Strahlenmonstranz.

Aus den Beständen des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes besitzt das Diözesanmuseum zahlreiche schöne liturgische Gegenstände. Erweitert wurde diese Sammlung noch durch den umfangreichen Bestand an Kunstobjekten wie auch dieser Monstranz, die dem Museum von den Englischen Fräulein (heute: Congregation Jesu) als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurden.

Beschreibung der Monstranz: Fuß mit geschweiftem Umriss, an der Fußwölbung seitlich zwei Engelköpfe und vorne und hinten Medaillons mit von Schwert durchbohrtem Herzen (Maria) und brennendem Herzen (Jesus); herzförmiges Schaugehäuse, das von kleinem Strahlenkranz umrahmt wird; vor dem großen geflammten Strahlenkranz durchbrochenes Rankenwerk, darauf drei große und vier kleine in Silber getriebene Engel mit den Leidenswerkzeugen Christi; oberhalb des Schaugehäuses Gottvater und vor dem bekrönenden Kruzifix die Taube des Heiligen Geistes.

Wie das Beschauzeichen und die Meistermarke verraten, wurde die Strahlenkranzmonstranz vom Augsburger Goldschmied Johann Joachim Lutz (Meister 1687–1727) geschaffen.

Eine Monstranz ist ein Schaugefäß (das lat. monstrare bedeutet zeigen) für die konsekrierte Hostie. Monstranzen dienten ursprünglich der Zurschaustellung von Reliquien. Mit der Einführung des Fronleichnamsfestes 1264 durch Papst Urban IV. entwickelte sich die Monstranz allerdings zum Schaugefäß für das Allerheiligste, das bei Prozessionen mitgetragen und zur öffentlichen Anbetung ausgesetzt wurde. Im Schaugehäuse wird die Hostie durch die halbmondförmige Lunula (lat. „kleiner Mond“) gehalten. Vor allem in der Barockzeit wurden Monstranzen sehr aufwendig mit Strahlenkränzen und reichem, figürlichem und ornamentalem Dekor gestaltet.