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Kunstwerk der Woche: Schmerzensmann

Schmerzensmann, Ton, um 1350

Die Plastik wurde anlässlich der Restaurierungsarbeiten 1949 aus dem Mauerwerk der ehemaligen Chorherrengruft im Kreuzgang geborgen, restauriert und anschließend in einer Wandnische der Rosenkranzkapelle im St. Pöltner Dom aufgestellt.

Über die Bestimmung und den ursprünglichen Standort der Tonfigur ist nichts bekannt, der gute Erhaltungszustand und die vollplastische Ausbildung sprechen für eine Verwendung entweder als selbständiges Andachtsbild oder im Rahmen der Kirchenausstattung (etwa am Altarretabel, am Sakramentshäuschen o. ä.).

Der Typus des Schmerzensmannes entstand im Laufe des 14. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der großen mystischen Bewegung des Mittelalters: der Wunsch nach einem unmittelbaren und innigen Erlebnis des Heilsgeschehens rückte das Andachtsbild in den Vordergrund privater Frömmigkeit. Zusammen mit dem Typus des Vesperbildes gehört der Schmerzensmann zu den beliebtesten Andachtsbildern dieser Zeit. Er will nicht Christus auf seinem Leidensweg zum Kreuzestod zeigen, sondern stellt gewissermaßen eine bildhafte Verdichtung des geopferten Christus dar.