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Kunstwerk der Woche: Paulus-Fresko

Paul Troger, „Die Verzückung des hl. Paulus“, 1730er Jahre

Diese Woche stellen wir wieder einen Teil der prächtigen Ausstattung der ehem. Stiftsbibliothek vor, die in das Diözesanmuseum integriert ist. Die Bibliothek besteht aus drei Räumen, einem kleinen in der Mitte und je einen Raum nördlich und südlich davon – das Paulus-Fresko ist im nördlichen Raum zu sehen.

Der Bibliotheksausstattung liegt als Programm die Darstellung der vier universitären Fakultäten zugrunde: Theologie, Philosophie, Medizin und Jus. Das Fresko „Die Verzückung des hl. Paulus“ repräsentiert dabei die Theologie: Paulus wurde als Saulus einige Jahre nach Jesus geboren und war als Christenverfolger bekannt. Um das Jahr 34 fand die bekannte „Bekehrung des Saulus“ statt, er nannte sich fortan Paulus und verbreitete die Lehre Christi in weiten Teilen des Mittelmeerraumes, er war einer der ersten Theologen des Christentums. Das Deckenfresko stellt die Szene der Verzückung des Paulus dar, die sich während eines Gebetes im Tempel in Jerusalem zugetragen haben soll. Am unteren Rand des Freskos befindet sich die Signatur des Künstlers: „P. Troger f.“ (= Paul Troger fecit).

Der in Südtirol geborene Paul Troger (1698–1762) ist einer der bedeutendsten Barockmaler im deutschen Sprachraum. Zunächst in Wien ansässig verlagerte sich sein Tätigkeitsschwerpunkt immer mehr auf die malerische Ausstattung der großen barocken Klosteranlagen auf dem Gebiet des heutigen Niederösterreichs, sodass Paul Troger als DER barocke „Klostermaler“ schlechthin bezeichnet werden kann.