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Kunstwerk der Woche: Ölbergrelief

Christus am Ölberg, um 1510, Holzrelief

In der Karwoche stellen wir diesmal eine so genannte Ölberggruppe vor. Diese waren im Mittelalter sehr weit verbreitet, nach 1750 wurden sie im katholischen Raum zunehmend von Kreuzwegdarstellungen abgelöst - aus diesem Grund findet man heute nur selten Ölberggruppen in den Kirchen.

Grundlage für die Ölbergszenen ist die biblische Schilderung der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag: Nach dem letzten Abendmahl geht Jesus in den Garten Gethsemane am Ölberg, um zu beten. Mehrmals findet Jesus die ihn begleitenden Jünger in dieser Nacht schlafend vor. Am nächsten Morgen kommt der Apostel Judas mit römischen Soldaten in den Garten, die Jesus festnehmen.

Die kniende, in weiten Mantel gehüllte Gestalt Christi beherrscht die Komposition, die im Vordergrund durch drei Apostelfiguren abgegrenzt ist. Die obere Bildhälfte ist links mit floralen Motiven als Garten Gethsemane angedeutet, rechts sind weitere schlafende Apostel dargestellt sowie das Gartentor, durch welches Judas, den Beutel mit den Silberlingen sichtbar um den Hals gehängt, hereintritt; hinter ihm drängen sich Soldaten und Volk vor abschließender Stadtkulisse.

Die Formen der Darstellung machen sich vom logischen Aufbau weitgehend selbständig und werden von einer neuen Bewegtheit erfüllt, die Gewänder bauschen sich auf, die Säume schwingen kurvilinear, das Haar wird noch fülliger, noch dichter gelockt. Alle diese Merkmale weisen dieses Werk als eine qualitätvolle Arbeit der Donauschule aus.

Das Relief ist eine Dauerleihgabe der Filialkirche Schildberg (Pfarre Maria Jeutendorf).