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Kunstwerk der Woche: Mariä Himmelfahrt

Gemälde Mariä Himmelfahrt
Tobias Pock, 1658
Öl auf Leinwand

Passend zum Feiertag „Mariä Himmelfahrt“ am 15. August stellen wir diese Woche kein Objekt aus der Museumssammlung vor, sondern das Hochaltarbild des St. Pöltner Domes – dieser ist dem Fest der Mariä Himmelfahrt geweiht.

Das hochformatige Altarbild zeigt die Himmelfahrt Mariens auf eindrucksvolle Weise: Im unteren Bereich sind die Apostel zu sehen, die sich staunend um das offene und leere Grab Mariens versammelt haben. Einige blicken ungläubig in das Grab, andere haben ihr Haupt bereits erhoben und werden unmittelbare Zeugen der Aufnahme Mariens in den Himmel. Im Zentrum des Bildes ist die Gottesmutter zu sehen, weiß gekleidet und mit blauem Umhang, sie wird von Engeln in den sich öffnenden Himmel getragen, rechts oben ist Jesus zu erkennen, der seiner Mutter eine Hand entgegenstreckt.

Das Altargemälde ist signiert und datiert: Es entstand im Jahr 1658 und wurde von Tobias Pock (1609–1683) geschaffen. Pock stammte aus Deutschland, ließ sich aber um 1639 in Wien nieder, er gilt als einer der bedeutendsten Maler des österreichischen Frühbarock. Zu seinen Hauptwerkten zählt auch das Hochaltarbild des Stephansdomes in Wien, das die Enthauptung des hl. Stephanus zeigt.

Das Gemälde ist in einen hochbarocken Altaraufbau eingebettet, der 1723 errichtet wurde und unmittelbar auf das Bild Bezug nimmt: Oberhalb des Gemäldes sind Engel zu sehen, sie bereiten mit ihrer Krone bereits die Marienkrönung vor. Oberhalb des üppigen Gesimses ist im Zentrum die Heiligste Dreifaltigkeit dargestellt, links davon der hl. Hippolyt sowie der hl. Augustinus, rechts davon der hl. Florian und die hl. Monika. Diese Figuren wurden im 19. Jahrhundert im Zuge einer Domrenovierung erneuert.