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Kunstwerk der Woche: Maria und Johannes

Maria und Johannes
um 1470/80
Holz, Rückseite ausgehöhlt, barocke farbige Fassung; Höhe: 91cm

Diese Woche wird ein Objekt auf der Gotik-Sammlung des Diözesanmuseum St. Pölten vorgestellt: die sehr ausdrucksstarke Gruppe „Maria und Johannes“.

Es ist wahrscheinlich, dass es sich bei dieser Gruppe um einen Teil einer mehrfigurigen Kreuzigungsgruppe handelt. Das Motiv – Johannes stützt die in die Knie sinkende Muttergottes – findet sich in derselben Form insbesondere in der gleichzeitigen oder etwas älteren Tafelmalerei, zum Beispiel in der Kreuzigungsdarstellung des Meisters von Maria am Gestade oder beim Schottenmeister.

 

Die Holzskulptur besticht vor allem durch den starken Ausdruck der Trauer, mit dem sie den Betrachter unmittelbar in ihren Bann zieht. Johannes, grün gekleidet, legt seine Arme um Maria, sein Blick ist abwesend und traurig nach unten gerichtet. Vor dem Apostel steht die Mutter Jesu, sie trägt ein rotes Kleid und einen blauen Mantel, die Arme in betender Haltung vor ihrer Körpermitte haltend. So wie bei Johannes ist auch Marias Kopf leicht zur Seite geneigt, in ihrem Gesicht spiegeln sich Trauer und Schmerz, was durch ihre gebeugte, zu Boden sinkende Körperhaltung noch zusätzlich unterstrichen wird.