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Kunstwerk der Woche: Madonna mit Jesuskind und weiblichen Heiligen

Madonna mit Jesuskind und weiblichen Heiligen
Öl/Tempera auf Holz, um 1500

Das Diözesanmuseum St. Pölten verfügt über eine umfangreiche Gotiksammlung, deren Grundstock Museumsgründer Kanonikus Johannes Fahrngruber Ende des 19. Jahrhunderts zusammengetragen hat. Immer wieder sind im Laufe der Jahrzehnte auch zahlreiche Objekte in das Museum gelangt, die in den Pfarren der Diözese keine Verwendung mehr gefunden haben oder für die keine optimalen Aufbewahrungsbedingungen vorhanden sind. So ist auch diese Tafelmalerei aus der Pfarre Wieselburg 1984 in das Diözesanmuseum St. Pölten gekommen.

Sowohl formal als auch ikonographisch ist das Bild als eine ehemalige Predellentafel (= der untere Teil eines Altaraufbaues) zu erkennen: Hinter einer Steinbrüstung erscheint in der Mitte die Muttergottes mit dem Kind, das auf der Brüstung sitzt, flankiert von jeweils zwei heiligen Jungfrauen: außen links die hl. Katharina von Alexandrien, neben sich ihre Attribute Rad und Schwert – zum Zeichen, dass sie Christus zum Bräutigam erwählt hat, empfängt sie vom Christuskind den Verlobungsring. Neben Katharina dargestellt ist die hl. Dorothea, erkennbar an ihrem mit Äpfeln gefüllten Körbchen sowie an dem Rosenzweig. Rechts von der Muttergottes die hll. Ursula mit Pfeil sowie die hl. Barbara mit Kelch und Turm.

Der Tradition entsprechend sind die Heiligen als vornehme Jungfrauen dargestellt, mit perlen- und edelsteinbesetzten Kronen und in reichen Gewändern. Eine gut vergleichbare Darstellung findet sich in der Predella des Altares von Maria Laach, die ehemals ebenfalls vier weibliche Heilige (Magdalena, Ursula, Margareta und Apollonia; die beiden letztgenannten sind nicht mehr erhalten), allerdings auf Einzeltafeln, enthielt. Sowohl in der Gesamtauffassung als auch im einzelnen Detail zeigen beide Werke verwandte Züge.

Das Foto zeigt einen Ausschnitt des Kunstwerkes.