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Kunstwerk der Woche: Leuchter

Leuchter, um 1500
Schmiedeeisen, farbige Fassung aus dem 19. Jh.

In der Sonderausstellung „Kirche und K… - Sakrale Ausstattungen zwischen Kult und Kunst“ ist das aktuelle „Kunstwerk der Woche“ zu sehen: Es handelt es sich um einen spätmittelalterlichen Leuchter.

Handgeschmiedete Leuchter dieser Art waren als Standleuchter konzipiert, die mit einem Haken an der Wand befestigt werden konnten. In ihrer ursprünglichen Funktion waren diese imposanten Leuchter für große Stiftungskerzen gedacht, die von bis zu vier Mann getragen wurden. Kerzen dieser Größe waren reine Dekorationsobjekte (angezündet wurden stattdessen eine kleine Kerze, die auf der großen Kerze angebracht war).

Bruderschaften und Zünfte spendeten bei Wallfahrten große Kerzen, die am Namenstag des Patrons/der Patronin, am Gelöbnistag oder am Weihetag angezündet wurden. Die einzelnen Zunftmitglieder stifteten dazu kleinere Wachsgaben, die dann zu einer großen Kerze verarbeitet wurden – Wachs war ein sehr teurer und kostbarer Rohstoff, große Kerzen hatten daher einen hohen Wert. In Notzeiten wurden diese Stiftungskerzen eingeschmolzen, um daraus Kirchenkerzen herzustellen.

Im Zuge der restauratorischen Befundung wurde festgestellt, dass auf dem ursprünglich schwarzen Untergrund eine weiße Schicht und darüber die Bemalung aufgetragen wurden. Der Farbenkanon, der sich aus weißem Untergrund und den dezent vergoldeten Blümchen zusammensetzt, steht in Zusammenhang mit der Marianischen Widmung, die auch durch die Inschrift „S. Maria (V)irgo“ bekräftigt wird.

Die heutige Fassung stammt aus dem 19. Jh., zeigt aber die Buntfarbigkeit von schmiedeeisernen Objekten.