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Kunstwerk der Woche: Kreuzigung

Thomas Friedrich Gedon zugeschrieben, Kreuzigung Christi mit den Armen Seelen
Öl auf Leinwand, um 1740

Noch zwei Wochen ist die diesjährige Sonderausstellung „Kirche und K… - Sakrale Ausstattungen zwischen Kult und Kunst“ zu besichtigen. Das aktuelle Kunstwerk der Woche stellt diesmal ein in der Ausstellung zu sehendes Gemälde der Kreuzigung Christi näher vor.

Die Verbindung der Kreuzigung mit den Armen Seelen im Fegefeuer hat eine lange Tradition. Sie findet sich auf Kreuzigungsaltären, in denen – wie in der spätgotischen Kunst – die Kreuzigung und die Darstellung von Christus in der Vorhölle im Rahmen eines Passionszyklus' eigene Szenen bilden oder wie auf dem gezeigten Gemälde beide Bildthemen inhaltlich und formal verbunden werden. In diesem Fall werden die im Fegefeuer Schmachtenden durch den Kreuzestod Christi gestärkt, seine Erlösungstat gibt Hoffnung auf Läuterung sowie auf Vergebung der Sünden.

 

Wie ein zweites Bild mit den römischen Soldaten Johannes und Paulus stammt dieses Gemälde von einem Seitenaltar der Pfarrkirche von Weißenkirchen an der Perschling. Von dort gelangten beide über den Kunsthandel in das Diözesanmuseum. Da Weißenkirchen als damalige Filiale zur Pfarrkirche Kapelln gehörte und damit dem ehemaligen Augustiner Chorherrenkloster St. Pölten inkorporiert war, liegt neben stilistischen Erwägungen die Autorschaft des damals für dieses Stift tätigen Thomas Friedrich Gedon nahe.

Thomas Friedrich Gedon (vor 1732 – 1771) war ein Schüler des berühmten Barockmalers Daniel Gran. Zu seinem Hauptwerk zählt die malerische Ausstattung der ehem. St. Pöltner Stiftskirche (heute: Dom) mit Deckenfresken und Hochwandgemälden.

 

Die Ausstellung "Kirche und K... - Sakrale Ausstattungen zwischen Kult und Kunst" ist noch bis 29. Oktober 2016 geöffnet.
Öffnungszeiten: DI-FR 9-12 Uhr, 14-17 Uhr, SA 10-13 Uhr