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Kunstwerk der Woche: "Die Weissagung des Dionysius Areopagita"

Paul Troger, „Die Weissagung des Dionysius Areopagita“, 1730er Jahre

Das heute vorgestellte Deckenfresko befindet sich in der ehem. Stiftsbibliothek, die in das Diözesanmuseum integriert ist. Die Bibliothek besteht aus drei Räumen, einem kleinen in der Mitte und je einem Raum nördlich und südlich davon – das Dionysius-Fresko ist im nördlichen Raum zu sehen.

Der Bibliotheksausstattung des ehemaligen Augustiner Chorherrenstiftes liegt als Programm die Darstellung der vier universitären Fakultäten zugrunde: Theologie, Philosophie, Medizin und Jus. Das Fresko der „Weissagung des Dionysius Areopagita“ repräsentiert dabei die Philosophie: Der im ersten Jahrhundert nach Christus lebende Philosoph wurde gemeinsam mit einem Freund Zeuge, wie sich die Sonne im Moment des Todes Jesu Christi am Kreuz verfinsterte. Dabei soll er gesagt haben: „Entweder leidet der Schöpfer der ganzen Welt gerade, oder die sichtbare Welt geht nun zu Ende“. Einige Jahre nach diesem Erlebnis berührte ihn eine Predigt des Apostels Paulus so stark, dass Dionysius Christ wurde.

Das Deckenfresko stellt genau die Szene der Verdunkelung des Himmels dar: Sonne und Mond sind vor einem düsteren Himmel zu sehen, im Vordergrund steht Dionysius, der dramatisch gestikuliert.

Der in Südtirol geborene Paul Troger (1698–1762) ist einer der bedeutendsten Barockmaler im deutschen Sprachraum. Zunächst in Wien ansässig verlagerte sich sein Tätigkeitsschwerpunkt immer mehr auf die malerische Ausstattung der großen barocken Klosteranlagen auf dem Gebiet des heutigen Niederösterreich, sodass Paul Troger als der barocke „Klostermaler“ schlechthin bezeichnet werden kann.