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Kunstwerk der Woche: Der Lilienfelder Josephszyklus

Ein Höhepunkt der diesjährigen Weihnachtsausstellung sind die fünf Gemälde des sogenannten "Josephszyklus" aus dem Stift Lilienfeld. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des hl. Josephs - in der Ausstellung werden folgende fünf Szenen gezeigt: Traum Josephs, Mariä Heimsuchung, Herbergsuche, Beschneidung Jesu und Haus Nazaret.

Die Folge von insgesamt 20 Gemälden, von denen sich 16 im Konventgang und vier in der Bibliothek des Stiftes Lilienfeld befinden, stellen Szenen aus dem Leben des hl. Josephs dar. Die auf Leinwand gemalten, großformatigen Ölbilder wurden von einem unbekannten Maler 1661 geschaffen. Zwei –Vermählung und Tod des hl. Joseph – sind mit einer Inschrift und darin enthaltenem Chronogramm (Datierung durch die Summe der hervorgehobenen römischen Buchstaben, woraus sich die Jahreszahl 1661 ergibt) bezeichnet. Der Zyklus steht wohl in Zusammenhang mit der 1653 durch den Lilienfelder Abt Matthäus Kolweiß gegründeten Josephsbruderschaft. Die Verehrung des hl. Joseph wurde von den Habsburger-Kaisern Ferdinand III. und Leopold I. und ihren Gattinnen sehr gefördert. 1675 wurde der heilige Nährvater zum Schutzpatron der habsburgischen Erblande erhoben. Die besondere Verehrung des Heiligen im Stift Lilienfeld wird durch den 1644 erfolgten Bau einer Kapelle und späteren Pfarrkirche auf dem an der Pilgerstraße nach Mariazell, der via sacra, gelegen Josefsberg bestätigt.

Der Zyklus enthält Szenen aus dem Leben des hl. Joseph von seiner Erwählung bis zu seinem Tode, wobei die Vorgeschichte des weihnachtlichen Geschehens und die Kindheitsgeschichte Jesu den inhaltlichen Schwerpunkt bilden. Sie sind – wie in der Darstellung der Zimmermannswerkstatt mit dem kehrenden Jesuskind – von einer gefühlvollen Stimmung und liebevollen Ausdrucksweise getragen.

Auf dem Foto dargestellt ist die Szene des "Haus Nazaret".