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Kunstwerk der Woche: Das letzte Abendmahl

Umkreis Thomas Friedrich Gedon zugeschrieben, Das letzte Abendmahl
Öl auf Leinwand, 2. Viertel 18. Jh.

In der letzten Öffnungswoche der Sonderausstellung 2016 „Kirche und K… - Sakrale Ausstattungen zwischen Kult und Kunst“ stellen wir ein Gemälde aus dem Umkreis des Barockmalers Thomas Friedrich Gedon vor.

Das Abendmahl, die Eucharistie, ist neben der Taufe das Hauptsakrament aller christlichen Kirchen und beruht auf der Einsetzung durch Christus am Vorabend seines Leidens. Darstellungen des Letzten Abendmahls sind seit dem 6. nachchristlichen Jh. – wie in San Vitale/Ravenna – belegt. Bildinhaltlich sind zwei Ausprägungen zu unterscheiden: die Betonung der von erzählerischen Elementen losgelösten Kommunionspendung oder das szenenreich dargestellte historische Ereignis des von Jesus und seinen Jüngern gefeierten Paschamahles. Die großformatige, Thomas Friedrich Gedon zugeschriebene Bearbeitung des Themas beinhaltet wohl beide Möglichkeiten: Trotz des narrativen Gehalts des einmaligen Geschehens – Ausdruck und Gebärden der Jünger – wird auch die überzeitliche Wirkung des hinfort heilsamen Erlösungswerkes durch die pointierte, Christus mit dem gebrochenen Brot und den Kelch hervorhebende, Lichtführung suggeriert.

Thomas Friedrich Gedon, in Franken unbekannten Datums geboren und in Wien 1775 verstorben, schuf die figuralen, 1739 bezeichneten Deckenfresken und Hochwandbilder im St. Pöltner Dom sowie einige Altarbilder in den Pfarren des ehemaligen St. Pöltner Augustiner Chorherrenklosters. Zu den ebenfalls figurenreichen Kompositionen der Fresken und Gemälde im Dom ergeben sich gewisse Ähnlichkeiten in Komposition, Figurentypus und Gestik, sodass wohl – der Daniel Gran künstlerisch nahe stehende – Thomas Friedrich Gedon als Autor dieses (für eine heute nicht mehr bekannte Kirche gemalten) qualitätvollen Altarbildes in Frage kommt.

Das Foto zeigt einen Ausschnitt des Gemäldes.

 

Die Ausstellung "Kirche und K... - Sakrale Ausstattungen zwischen Kult und Kunst" ist noch bis 29. Oktober 2016 geöffnet.
Öffnungszeiten: DI-FR 9-12 Uhr, 14-17 Uhr, SA 10-13 Uhr