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Kunstwerk der Woche: Andreasaltar

Andreasaltar, 1470er Jahre
Holz, bunt gefasst und vergoldet

Diese Woche stellen wir eines der bedeutendsten Kunstwerke des Diözesanmuseums vor: den „Andreasaltar“, einen spätgotischen Flügelaltar.

Jeder Flügelaltar verfügt über mindestens zwei „Seiten“: Eine Werktagsseite und eine Sonntagsseite - manchmal ergänzt durch eine dritte „Festtagsseite“.

Die Werktagsseite (geschlossener Zustand) des Andreasaltares zeigt insgesamt drei Themenbereiche: Neben vier Szenen aus dem Marienleben auf den Standflügeln werden auf den beweglichen Flügeln einerseits die Erlösung der armen Seelen aus dem Fegefeuer durch das Messopfer und durch gute Werke gezeigt, andererseits ist eine Darstellung des Jüngsten Gerichtes zu sehen.

Die Sonntagsseite (geöffneter Zustand) des Andreasaltares widmet sich ganz dem Altarpatron: Im Zentrum steht eine Statue des hl. Andreas mit seinem typischen Attribut, dem x-förmigen Andreaskreuz, auf den Seitenflügeln sind Szenen aus seinem Leben dargestellt: Die Erweckung eines Jünglings von den Toten, die Taufe Maximilas, der Frau des Statthalters Egea von Patras, die Folterung des Apostels und schließlich sein Märtyrertod am Gabelkreuz. Die Begebenheiten sind nur eine Auswahl von Themen, wie sie, der „Legenda Aurea“ folgend, möglich wären, es fällt aber auf, dass die biblische Andreas-Szene, die Berufung der ersten Jünger durch Jesus nicht berücksichtigt ist.

Aufgrund stilistischer Überlegungen kann der Andreasaltar dem Künstler Hans Siebenbürger zugeordnet werden, einem in Wien ansässigen Maler des Spätmittelalters.

Der Andreasaltar befand sich ursprünglich in der Andreaskapelle am ehemaligen Friedhof rund um die Klosterkirche (heute: Domplatz). Als die Kapelle 1786 abgetragen wurde, verkaufte man die Ausstattung dieser Kapelle. Nach einer wechselvollen Geschichte mit zahlreichen Besitzern wurde der Altar 1997 von der Diözese erworben und gelangte schließlich in das Diözesanmuseum – und somit ganz in die Nähe seines ursprünglichen Aufstellungsortes.