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Kunstwerk der Woche: Abschied der Apostel Petrus und Paulus

Abschied der Apostel Petrus und Paulus vor dem Martyrium
um 1730

Am 29. Juni feiert die katholische Kirche das Fest der Apostel Petrus und Paulus – an diesem Tag finden traditionell auch die Priesterweihen statt. Das „Kunstwerk der Woche“ stellt diesmal daher eine Skulpturengruppe der hll. Petrus und Paulus vor.


Die Figurengruppe aus bunt gefasstem Holz zeigt die beiden Apostel Petrus und Paulus in bewegter Geste im Moment des Abschiednehmens. Beide tragen ein blassrotes Unterkleid und darüber einen blauen Mantel bzw. Umhang, durch die Bewegtheit der Szene (der linke Apostel noch in Schrittstellung) scheinen die Mäntel vom Wind aufgebauscht. Die Innigkeit der Darstellung wird durch die Handgesten unterstrichen: Petrus und Paulus reichen einander die Hände, der rechte Apostel legt seine andere Hand zudem über die Schulter des linken. In den Gesichtern spiegelt sich der Ernst der Situation wider, beide scheinen aufgeregt miteinander zu sprechen.

Aufgrund kompositioneller und stilistischer Übereinstimmung mit der Hauptgruppe auf dem Hochaltar der Melker Stiftskirche könnte es sich bei den Figuren um ein Modell für eben diesen Hochaltar handeln. In diesem Fall wäre der Künstler bekannt: Peter Widerin (1684-1760). Widerin schuf auch die Ausstattung der heutigen St. Pöltner Domkirche, er war der Schwiegersohn des Barockbaumeisters Jakob Prandtauer.

Die Figurengruppe ist eine Leihgabe der Pfarre St. Georgen am Steinfeld, sie kann im ersten Stock des Kreuzganges in einer Glasvitrine besichtigt werden.