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"Zukunftsforum" bringt Kirche und Gesellschaft ins Gespräch

Mitglieder der Bischofskonferenz in Mariazell

Wien, 21.06.2013 (dsp/KAP) Keine "innerkirchliche Nabelschau" sondern einen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft wollen die österreichischen Bischöfe mit dem von ihnen beschlossenen "Zukunftsforum" leisten. Das hat Kardinal Christoph Schönborn am Freitag in Wien bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz betont. Mit dem "Zukunftsforum", zu dem die Bischöfe ab 2014 einladen, werde das zentrale Anliegen von Papst Franziskus aufgegriffen: Dieser trete "gegen ein weichgespültes Wellness-Christentum" und eine sich selbst genügende, narzisstische und verweltlichte Kirche auf.

Die Verkündigung von Gottes Wort sei oberste Pflicht der Kirche. Diese müsse "hinausgehen in die säkulare Gesellschaft um das Evangelium zu bezeugen und die Lebenswelten der Menschen zu inspirieren". Dabei gelte es, "an die geografischen Ränder wie auch an die Grenzen der menschlichen Existenz" zu gehen.
 
Diese Grundhaltung des Papstes sei für die Reform der Kirche, jedoch auch für ihren Kurs in Österreich maßgeblich. Mit dem "Zukunftsforum" wolle die Kirche "in einen strukturierten Gesprächsprozess zu den Themen und Herausforderungen der Zeit eintreten". Vier große Themen sollen im Rahmen des "Zukunftsforums" behandelt werden, führte Kardinal Schönborn weiter aus: "Familie und Beziehung", "Bildung und Arbeit", "Kirche und Gesellschaft in Österreich" sowie "Gerechtigkeit und Ökologie weltweit".
 
Angesichts großer Umbrüche in der Gesellschaft solle das Gespräch mit Betroffenen, Experten, Andersdenkenden und jenen, die dem christlichen Glauben und der Kirche auch kritisch gegenüberstehen, bewusst gesucht werden. Die Einladungen zur Diskussion würden innerkirchlich wie außerhalb breit ergehen, legte sich Schönborn fest. Die sogenannten "heißen Eisen" wie Zölibat oder Wiederverheiratete Geschiedene würden nicht von vornherein ausgeschlossen, aber in einen weiteren Kontext gestellt.
 
Kirche als auch säkulare Gesellschaft könnten von diesem Gesprächsprozess profitieren, zeigte sich Schönborn überzeugt. Die Kirche müsse lernen, sich gut argumentierend in der säkularen Welt zu artikulieren. Zugleich "tut es auch der säkularen Gesellschaft gut, sich nicht gegen christliche Argumente zu verschließen", so Schönborn wörtlich unter Verweis auf den deutschen Philosophen Jürgen Habermas. Er ging als Beispiel auf die Ehe ein. Die Kirche habe der Gesellschaft mit dem Ideal der ehelichen Treue viel zu bieten, zugleich würden aber auch in vielen Patchworkfamilien hohe Werte gelebt.

Presseerklärungen der Österreichischen Bischofskonferenz